Transport von Tauchflaschen

sporttaucher • 4/2012

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Der Transport von Tauchgeräten im Auto ist (rechtlich) einfacher geworden, doch wie sehen die Fakten für Sporttaucher genau aus?

Transport von Tauchflaschen Bild

Viele Sporttaucher haben noch die ursprünglichen Regelungen der Gefahrgutbestimmungen aus den 90er-Jahren im Kopf: aufwendige Schutzkappen für die Ventile, Gefahrgutaufkleber, Begleitpapiere, Rauchverbot, Belüftung und so weiter. Alles in allem eine so komplizierte Regelung, dass die Einführung nur Kopfschütteln verursachte und von den Tauchern oft einfach nicht angewendet wurde – stattdessen lösten viele einfach die beliebten Taucheraufkleber vom Auto und hofften, nie von der Polizei angehalten zu werden. Irgendwann lernte man dann in einschlägigen Seminaren, dass manches für Sporttaucher eh nicht gilt und dass man unterscheiden muss, wer Tauchflaschen transportiert: ein Sporttaucher, eine Tauchschule oder ein Rettungstaucher oder ... Einfacher wurde es dadurch nicht.

 

Was gilt heute?

Seit 2008 ist vieles einfacher geworden für uns als „nicht kommerzielle Sporttaucher“. Ein Blick ins Taucher-Handbuch von Hubertus Bartmann liefert die Fakten. Der Hinweis, dass dies alles nur für Privattaucher gilt, ist wichtig, da es zum Beispiel für Berufstaucher, Tauchschulen und Rettungstaucher durchaus andere Regelungen gibt. „Die Gefahrgutbestimmungen sind für Privatpersonen nicht mehr gültig“ – so Hubertus Bartmann auf Nachfrage.

Einige technisch absolut notwendige Bestimmungen müssen aber dennoch eingehalten werden (vgl. Bartmann, Taucher-Handbuch, II-4.3.3. ff.) Die Flaschen müssen gut gesichert sein – liegende Flaschen müssen so verkeilt oder festgebunden sein, dass sie sich nicht verschieben können. Die Ladung kann beispielsweise durch Zurrgurte, Klemmbalken, Transportschutzkisten oder rutschhemmende Unterlagen gesichert werden. Die Fahrzeugwandung muss der Beanspruchung standhalten. Die Ventile müssen in geeigneter Weise vor Beschädigungen geschützt werden – beispielsweise vor anderen Ladungsteilen, die herunterfallen könnten. Die ausdrückliche Verwendung von Ventilschutzkappen ist nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Das ungewollte Abströmen von Gas muss durch eine Verschlussschraube am Seitenstutzen des Ventils (siehe Bild oben) verhindert werden. Die Verschlussschraube muss dem Flaschendruck auch standhalten – einfache Kunststoffstopfen sind nur zum Gewindeschutz gedacht und reichen hier nicht.

Es sind also Verschlussschrauben aus Metall, am besten mit Entlüftungsschraube, notwendig. Die Entlüftungsschraube sorgt dafür, dass wir auch ohne 32er-Schlüssel zum Tauchgewässer fahren können, wenn ein Spaßvogel das Ventil mit Verschlussschraube mal kurz geöffnet hat und nun die Schraube von 200 bar „gehalten“ wird.

Hubertus Bartmann appelliert an alle Sporttaucher, aus Sicht der Feuerwehr, die Gefahrgutaufkleber nach wie vor anzubringen, auch wenn es dafür keine zwingende Rechtsgrundlage mehr für Privatpersonen gibt. Der Grund: Bei Verkehrsunfällen können die Einsatzkräfte erkennbarer das Risiko einschätzen.

Frank Ostheimer