Europameisterschaften der Masters im Finswimming in Lignano Sabbiadoro (Italien) 2021

5 Athleten erschwammen 18 Medaillen!!!

Am Wochenende vom 15.-17. Oktober 2021 starteten fünf Athleten aus Deutschland auf den Europameisterschaften der Masters im Finswimming in Lignano Sabbiadoro (Italien). Heiko Venohr, Sandra Häßler und Sebastian Link starteten für den Tauchsportverband (TSV) NRW, mit dem Stammverein DJK VFR Mülheim Saarn, Alexander Sengpiel für die Tauchsportfreunde Dachau e.V. (Bayern) und Sascha Schmidt für den Schwimmsportverein Freiburg e.V. (Baden-Württemberg).

Erfolgreichster Athlet ist Heiko Venohr (Altersklasse 55). Erst vor drei Jahren hat er den Weg zum Finswimming gefunden. Mit schwimmerischer Vorerfahrung und unter Leitung des Trainers Leo Runge, eignete sich Heiko schnell den Umgang mit der Monoflosse an. Die letzten intensiven Vorbereitungen, sammelte Heiko im einwöchigen Sommertrainingslager. Zwei lange Wassereinheiten am Tag, gaben ihm den Antrieb für sieben Starts. Mit jedem Start landete er auf dem Podest. Neben einer Bronzemedaille, stand Heiko sechsmal als Europameister ganz oben. Er verbesserte dabei drei bestehende Weltrekorde (400m und 800m Surface und 50m Apnoe), sowie drei Europarekorde (50m, 100m und 200m Surface). Die 50m Apnoe ist Heiko mit einer Geschwindigkeit von 9,9kmh getaucht. Nach 18,18 Sekunden schlug er an und verbesserte den Weltrekord um 32 Hundertstel.

Sandra Häßler schwimmt seit ihrer Jugend mit der Monoflosse und startet derzeit in der Altersklasse 40. Erst im September wurde sie zweifache Weltmeisterin über die 1km und 3km im Freigewässer. Leider zog sie sich dort eine Fußverletzung zu und konnte bei den Europameisterschaften nicht den gesamten Druck auf die Flosse ausüben, sodass sie etwas Tempo einbüßen musste. Bei fünf Starts holte sie auf den kürzeren Sprintstrecken zwei Bronzemedaillen (50m AP und 100m SF), auf den längeren Strecken (400m und 800m SF) ist sie nun amtierende Vizeeuropameisterin. Leider wurde sie auf den 200m Surface disqualifiziert. Die Schiedsrichter haben ein Zucken vor dem Startpfiff gesehen, und eine jegliche Bewegung ist nach dem Kommando verboten. Eine solche Disqualifikation ist ihre erste in ihrer Karriere. Doppelt ärgerlich, denn sie hatte in ihrer Altersklasse als erstes angeschlagen.

Finswimmingwettbewerbe gibt es auch mit zwei Flossen an den Füßen. Das nennt sich Bifins und in dieser Kategorie startete Sebastian Link (Altersklasse 35) über die vier Wettkampfstrecken. Über die Sprintstrecken, 50m und 100m musste sich Sebastian der starken Konkurrenz geschlagen geben und schlug jeweils als fünfter an. Über die längeren Stracken machte sich das Ausdauertraining bemerkbar. Auf den 200m holte er die Bronzemedaille und auf den 400m schwamm er knapp am Europa- und Weltrekord vorbei, holte sich aber den Goldtitel.

Aus Bayern ist Alexander Sengpiel (Altersklasse 50) angereist. Das Schwimmen mit der Monoflosse betreibt Alexander noch nicht lange. Auch bei ihm macht sich die Erfahrung aus dem Schwimmsport bemerkbar. Wer die Stilart Delfin schwimmen kann, hat für das Schwimmen mit der Monoflosse Vorteile. Mit insgesamt sechs Starts (50m, 100m, 200m, 400m und 800m SF und 50m AP) hatte sich Alexander eine Aufgabe gesetzt. Er verbesserte seine Zeiten und schwamm viele persönliche Bestzeiten, für eine Medaille reichte es aber leider in der Altersklasse nicht.

Sascha Schmidt (Altersklasse 40) kommt aus einer längeren Pause und bestritt den Wettkampf durch seine jahrelange Erfahrung. Erst vor zwei Monaten ist er zum zweiten Mal Vater geworden und die kleine Familie ist gemeinsam angereist. Leider durften keine Zuschauer in die Schwimmhalle, der Zutritt war nur Aktiven und Betreuern, bzw. Trainern gestattet. Der Zutritt der Halle wurde seitens der Ausrichter streng kontrolliert und eingehalten. Sascha steigerte sich von Strecke zu Strecke im Wettkampf. Mit seinem fünften und letzten Start holte er sich neben einer Bronze- und drei Silbermedaillen, den Europameistertitel. Diesen holte er sich über die 100m Surface in 47,57 Sekunden mit gerade mal einem Vorsprung von 23 Hundertstel.

Die Europameisterschaften in der Halle finden im jährlichen Wechsel mit den Weltmeisterschaften (WM) statt. Im kommenden Jahr finden diese im Juli in Santiago de Cali (Kolumbien) statt.

Text: Sebastian Link

Veröffentlicht in Allgemein.