Das VDST Master Team erfolgreich in Kolumbien

Wer kennt es nicht, wenn der Sport einen packt, lässt die intrinsische Motivation alles zu. So geschehen um die Sportler des VDST Master Teams, Annett Lopez, Sandra Häßler, Sebastian Link und Heiko Venohr, welches erstmalig als gemeinsames Team zusammen mit ihrem Trainer Leo Runge unter dem Namen VDST Master Team bei den Masters World Championship im Finswimming in Cali, Kolumbien, startete.

Der internationale Tauchsportverband und Ausrichter der internationalen Wettkämpfe, die CMAS, hat zur besseren Organisation und Durchführung der Veranstaltung, die Wettkämpfe der Masters seit 2019 gesplittet. Nun werden an zwei Tagen durch ein erweitertes Programm die Wettkämpfe im Pool ausgetragen und durch eine zweite Veranstaltung die Freiwassermeisterschaften.

So auch in Cali. Durch die rechtzeitige Anreise, konnten die Masters den letzten Tag der offenen Klasse in der Schwimmhalle sehen und die Nationalmannschaft anfeuern. Und sie kamen in den Genuss das spannende Rennen der 4x100m SF- Staffel der Männer zu sehen. Auf den letzten Metern konnten sich die Jungs den Weltmeistertitel gegenüber den Gastgebern sichern. Von diesen erstaunlichen Leistungen der Nationalmannschaft, einschließlich der Damen, inspiriert und motiviert konnte die Weltmeisterschaft für die Masters losgehen.

Die Stimmung im Schwimmstadion war unbeschreiblich, denn viele Fans des Sports haben sich die Weltmeisterschaft angeschaut. Finswimming scheint in Kolumbien als Volksport etabliert, denn die Tribünen waren gut mit Kolumbianern gefüllt, die lautstark, nicht nur ihre eigenen Leute angefeuert haben.

Die vier Mastersathleten waren bei der Ankunft in Kolumbien gespannt, wie der Körper auf die gut 1.000m Höhe reagiert. Ist die dünnere Luft beim Atmen zu spüren? Machen die Beine beim Laufen bereits schlapp? Vorerfahrung hatten bereits Sandra und Sebastian, durch den World Cup 2017 in Medellin, ebenfalls in Kolumbien. Daher haben sich alle vier Masters auf die Weltmeisterschaft gezielt aber unterschiedlich vorbereitet.

Annett, Sandra und Heiko haben in 10 Einheiten ein simuliertes Höhentraining durchgeführt. Die Ansätze dabei waren unterschiedlich. Annett verfolgte das Prinzip der Leistungssteigerung mittels Höhentraining so wie es einige der Athleten der Nationalmannschaft nutzen. Sandra und Heiko nutzten das Prinzip der langsamen Anpassung durch moderates Ausdauertraining in der Höhenkammer. Fazit: Nach anfänglichen Nebenwirkungen, wie bspw. Appetitlosigkeit, zeigten sich erste Anpassungen. Der Körper ist entspannter, der Schlaf erholsamer und der Körper legte mehr Energie an den Tag. Diese Energie konnte voll im Wettkampf abgerufen werden. Die eigentliche Sorge, Schwierigkeiten mit der Atmung zu haben, war durch diese Vorbereitung völlig unbegründet.

Sebastian hat sich durch die familiäre Situation anders vorbereitet. Zwei Wochen vor dem Wettkampf, ging es mit der Familie in den Urlaub. Das Hotel hatte eigens einen 50m Pool mit olympischer Norm und da konnte sich Sebastian zielgerichtet, meist durch zwei Einheiten am Tag vorbereiten. Immerhin lag der Urlaubsort auf 200m Höhe, doch das Selbstvertrauen machten wohl eher die geschwommenen 52km.

Der Ablauf des Wettkampfes war sehr auf die Starter angepasst. In vier Abschnitten über zwei Wettkampftage, gab es nach dem Abschnitt am Morgen eine große Pause mit Verpflegung. Somit konnten sich alle etwas erholen um am Nachmittag nochmal voll durchzustarten.

Der Pool war bestens mit Technik ausgestattet, so dass geschwommene Zeiten und Platzierungen sofort sichtbar waren. Der Jubel und die Begeisterung anderer Sportler und Nationen begegnete dem Master Team mit einer Herzlichkeit, die sich kaum in Worte fassen lassen. Man hatte das Gefühl das sich die Sportler untereinander kennen, obwohl es für viele die erste Begegnung miteinander war.

Nicht nur die Gastgeber haben für eine herzliche Atmosphäre gesorgt, auch die Athleten des VDST, die eh immer gut gelaunt sind, haben vorhandene Vorurteile beseitigt, denn aus Sicht einiger Nationen lachen Deutsche nicht und sind eher mürrisch. Umso mehr wurden Erfolge und gute Zeiten von dem VDST Master Team gefeiert. Davon gab es aus deutscher Sicht so einige: Annett Lopez wurde 2-fache Weltmeisterin und 3-fache Vizeweltmeisterin, Sandra Häßler errang vier Weltmeistertitel und einen Vizeweltmeistertitel, Sebastian Link wurde 2-facher Weltmeister, 2-facher Vizeweltmeister und sicherte sich eine Bronzemedaille und Heiko Venohr errang vier Weltmeistertitel und drei Vizeweltmeistertitel.

Beide Mixstaffeln waren in der Altersklasse 180+ nicht ansatzweise zu schlagen und sicherten sich beide Weltmeistertitel. Dabei waren sich die vier Athleten im Vorfeld nicht ganz sicher, ob das gut klappen wird, denn Sandra und Annett sind zwar im Training mit Bifin unterwegs, aber auf einem Wettkampf ist das eher nicht ihr Ding. Für die Staffel wird aber alles getan und so sind die beiden in der 4×50 Meter Bifinstaffel, mit Stereoflossen gestartet. Sandra dann am Nachmittag gleich ein zweites Mal. Denn in der 4x100m Suface-Bifin-Mix Staffel, muss jede Finswimming-Art, je Geschlecht besetzt sein und Sandra ist erneut mit Bifin gestartet. Annett erfüllte den Part mit der Monoflosse. Bei den Männern, ist Heiko mit der Monoflosse gestartet und Sebastian mit den Bifins. Mit haushohen Siegen in beiden Staffel hat das deutsche Team nicht gerechnet und umso größer war die Freude.

Die Glückwünsche und die Freude der anderen Teams waren überwältigend für die Sportler. Denn diese Begeisterung ist uns Deutschen durchaus fremd. Viele Fotos mit anderen Sportlern folgten und versüßten diesen Wettkampf.

Mit nur 4 Sportlern erreichte das deutsche VDST Master Team den 3. Platz in der Gesamtwertung. Welch eine Leistung, welche unsere Masters Sportler im fernen Kolumbien abgeliefert haben!

Ein paar Leistungen sind besonders zu erwähnen. Sandra Häßler schwimmt seit Jahren mit der Monoflosse, bereits in ihrer Jugend konnte sie mit Erfolgen auf sich aufmerksam machen. Trotz einer Fußverletzung, die sich über mehrere Monate gezogen hat, konnte sie über die 400 Meter SF mit 4:09,96 einen neuen Weltrekord in ihrer Altersklasse aufstellen. Sie verbesserte diesen um mehr als 5 Sekunden. Auch Sebastian Link konnte den Weltrekord in seiner Altersklasse um ganze 6 Sekunden auf den 400 Meter Bifin verbessern. Dies war auch sein Hauptziel in Kolumbien. Seine Vorbereitung zielte vorrangig auf diese Strecke ab.

Mit etwas Vorsicht sind die Athleten nach Cali gereist, denn ganz ungefährlich ist die Stadt nicht. Das Hotel befand sich in einem zentral gelegen Viertel, welches als sicher gilt. Laut Volunteers und dem Hotelpersonal, konnten sich die Sportler in einem gewissen Umkreis frei und sicher bewegen. Dieses wurde auch getan, und der kolumbianische Alltag wurde etwas wahrgenommen. Natürlich durften touristische Ziele, wie die Christusstatue und der Katzengarten nicht fehlen.

Ein kleines Unglück gab es mit den offiziellen Medaillen. Diese sind nicht pünktlich zum Wettkampf angekommen. Am ersten Wettkampftag gab es somit keine Siegerehrungen. Doch der Ausrichter schaffte Abhilfe, am zweiten Wettkampftag gab es Ersatzmedaillen, die sich zeigen lassen können. Da muss man der kolumbianischen Organisation einen riesen Dank aussprechen. In so kurzer Zeit etwas auf die Beine zu stellen, ist eine absolute Meisterleistung.

Die offiziellen Medaillen werden bei den Open Water Masters World Championships Mitte September in Italien nachgereicht. Und dort werden die Masters mit einem noch stärkeren Team um die Medaillen mitschwimmen!

Text: Sebastian Link

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