VDST Master Team fischt viele Medaillen aus dem Lago di Viverone

Die Open Water Finswimming World Championships fanden 2022 in Italien (Viverone) statt und ein großes deutsches VDST Master-Team aus begeisterten Langstreckenschwimmern aus ganz Deutschland war vertreten. Die deutsche Master-Mannschaft setzte sich aus Finswimmern aus den Vereinen SC DHfK Leipzig (Manuela Jürries, Ulrike Meier-Mahlo, Wolf-Dieter Meier, Thomas Nehrdich, Ricarda Semper, Torsten Stelzig, Mike Weigand), DJK VfR Mühlheim/Saarn (Sandra Häßler, Sebastian Link, Caroline Steenken, Heiko Venohr), SSV Freiburg (Claudia Köhn, Bernd Rolker, Markus Schafheutle, Sascha Schmidt) und SSV Dachau (Alexander Sengpiel) zusammen. So waren wir 16 Sportler aus vier Vereinen, die mit viel Motivation und Siegeswillen als auch mit einer Menge Spaß an den Start gingen.

Obwohl wir in dieser Konstellation noch nie als eine Mannschaft gestartet sind und viele sich erst in Italien kennengelernt haben, wuchs das Team schnell zusammen, so dass eine tolle Stimmung im Team herrschte. Auch die doch lange Anreise von 45 Minuten vom offiziellen Wettkampfhotel zum Wettkampfort und die oft geänderten Zeitpläne während des Wettkampfes konnten unsere Stimmung nicht trüben. Auch zu den Sportlern anderer Nationen, die einige von uns zum großen Teil schon viele Jahre kennen, bestand ein reger netter Kontakt.

Die Wettkämpfe der Weltmeisterschaft wurden durch die CMAS zeitgleich für die Jugend, die Senioren (offene Klasse) und die Masters ausgerichtet. Dementsprechend waren zahlreiche Finswimmer aus vielen Ländern der Welt in Italien vertreten.

Geschwommen wurde im schön gelegenen See Lago di Viverone. Ein Rundkurs über 1 km wurde mit vier großen Bojen deutlich markiert und es wurde sowohl jeweils 1km und 3km mit Monoflossen (SF) als auch mit Stereoflossen (Bifin) geschwommen.

Bevor die Weltmeisterschaft offiziell einen Tag vor Wettkampfbeginn eröffnet wurde, nahmen wir die Gelegenheit war, auf dem offiziellen Wettkampfkurs zu trainieren, um die Wettkampfstrecke kennenzulernen. Gemeinsam mit unserem Trainer Leo Runge erarbeiteten wir uns Landmarken, falls man im Wettkampf die Wendeboje doch mal nicht sehen sollte. Der See hatte eine angenehme Wassertemperatur, so dass man nicht zwingend einen Neoprenanzug tragen musste. Nach dieser kleinen Trainingseinheit wurden die Weltmeisterschaften offiziell eröffnet und wir waren freudiger Erwartung auf den ersten Wettkampftag.

Der erste Wettkampftag begann für uns Masters mit den 1km Bifin der Frauen und Männer. Im Anschluss folgten die 3km SF. Nach diesen Wettkämpfen konnten sich schon fünf deutsche Finswimmer als frischgebackene Weltmeister feiern lassen. Wir fischten direkt am ersten Tag zehn Medaillen aus dem Wasser: fünf Goldmedaillen, vier Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Beim gemeinsamen Abendessen ließen wir den erfolgreichen Wettkampftag Revue passieren und hofften auf einen weiteren Medaillenregen am zweiten Wettkampftag.

Am zweiten Wettkampftag begannen die Wettkämpfe der Masters mit den 1km SF, danach folgten die 3km Bifin. Der Medaillenregen ließ nicht lange auf sich warten: wir konnten wieder fünf frischgebackene Weltmeister in unseren Reihen begrüßen, dazu gewannen die Masterschwimmer noch drei Silbermedaillen.

Hier eine Übersicht der Medaillengewinner des VDST-Master-Teams auf den Einzelstrecken:

  • Sandra Häßler: 2 x Gold (1km / 3km SF)
  • Manuela Jürries: 2 x Gold (1km / 3m Bifin)
  • Claudia Köhn: 2 x Gold (1km Bifin / 1km SF)
  • Sebastian Link: 2 x Gold (1km / 3m Bifin)
  • Wolf-Dieter Meier: 1 x Gold (1km Bifin)
  • Thomas Nehrdich: 1 x Gold (1km SF)
  • Markus Schafheutle: 2 x Silber (1km / 3km SF)
  • Caroline Steenken: 2 x Silber (1km / 3km SF)
  • Heiko Venohr: 2 x Silber (1km / 3km SF)
  • Ulrike Meier-Mahlo: 1 x Silber (1km Bifin)
  • Sascha Schmidt: 1 x Bronze (3km SF)

Am späten Nachmittag des zweiten Wettkampftages standen dann die 4x1km Mixed Staffeln auf dem Programm. Das Besondere der 4x1km Mixed Staffeln ist, dass jeweils 1 km in Bifin und SF zurückgelegt werden müssen, jeweils von einer Frau und einem Mann. Wir stellten die Staffeln so zusammen, dass wir in drei verschiedenen Alterskategorien starteten. Da an den Wettkampftagen zuerst die Jugend und Senioren und am Anschluss die Masters starteten, wurde es für unseren Staffelstart doch sehr spät am Nachmittag, so dass die letzten Schwimmer der Staffeln im Dunkeln im Ziel ankamen. Doch auch davon ließen wir uns nicht entmutigen und gaben für die Staffeln noch einmal alles, um die Medaillensammlung zu erweitern. Die Anstrengungen haben sich gelohnt, denn alle drei Staffeln gewannen die Silbermedaille und wurden so Vizeweltmeister!

Geschwommen sind wir in folgender Besetzung:

AK140+: Sebastian Link, Ulrike Meier-Mahlo, Sandra Häßler, Sascha Schmidt

AK180+: Mike Weigand, Ricarda Semper, Caroline Steenken, Thomas Nehrdich

AK220+: Wolf-Dieter Meier, Manuela Jürries, Claudia Köhn, Heiko Venohr.

Wir werden uns alle an eine erfolgreiche Langstrecken-Weltmeisterschaft mit einem super Team erinnern und hoffen, dass wir bei den nächsten Langstrecken Weltmeisterschaften, die für September 2024 in Marseille geplant sind, wieder zusammenfinden.

Danke an die Organisatoren und Betreuer: Leo Runge, Sandra Häßler, Annett Lopez und Ulrike Meier-Mahlo.

Text: Wolf-Dieter Meier, Sandra Häßler

Das VDST Master Team erfolgreich in Kolumbien

Wer kennt es nicht, wenn der Sport einen packt, lässt die intrinsische Motivation alles zu. So geschehen um die Sportler des VDST Master Teams, Annett Lopez, Sandra Häßler, Sebastian Link und Heiko Venohr, welches erstmalig als gemeinsames Team zusammen mit ihrem Trainer Leo Runge unter dem Namen VDST Master Team bei den Masters World Championship im Finswimming in Cali, Kolumbien, startete.

Der internationale Tauchsportverband und Ausrichter der internationalen Wettkämpfe, die CMAS, hat zur besseren Organisation und Durchführung der Veranstaltung, die Wettkämpfe der Masters seit 2019 gesplittet. Nun werden an zwei Tagen durch ein erweitertes Programm die Wettkämpfe im Pool ausgetragen und durch eine zweite Veranstaltung die Freiwassermeisterschaften.

So auch in Cali. Durch die rechtzeitige Anreise, konnten die Masters den letzten Tag der offenen Klasse in der Schwimmhalle sehen und die Nationalmannschaft anfeuern. Und sie kamen in den Genuss das spannende Rennen der 4x100m SF- Staffel der Männer zu sehen. Auf den letzten Metern konnten sich die Jungs den Weltmeistertitel gegenüber den Gastgebern sichern. Von diesen erstaunlichen Leistungen der Nationalmannschaft, einschließlich der Damen, inspiriert und motiviert konnte die Weltmeisterschaft für die Masters losgehen.

Die Stimmung im Schwimmstadion war unbeschreiblich, denn viele Fans des Sports haben sich die Weltmeisterschaft angeschaut. Finswimming scheint in Kolumbien als Volksport etabliert, denn die Tribünen waren gut mit Kolumbianern gefüllt, die lautstark, nicht nur ihre eigenen Leute angefeuert haben.

Die vier Mastersathleten waren bei der Ankunft in Kolumbien gespannt, wie der Körper auf die gut 1.000m Höhe reagiert. Ist die dünnere Luft beim Atmen zu spüren? Machen die Beine beim Laufen bereits schlapp? Vorerfahrung hatten bereits Sandra und Sebastian, durch den World Cup 2017 in Medellin, ebenfalls in Kolumbien. Daher haben sich alle vier Masters auf die Weltmeisterschaft gezielt aber unterschiedlich vorbereitet.

Annett, Sandra und Heiko haben in 10 Einheiten ein simuliertes Höhentraining durchgeführt. Die Ansätze dabei waren unterschiedlich. Annett verfolgte das Prinzip der Leistungssteigerung mittels Höhentraining so wie es einige der Athleten der Nationalmannschaft nutzen. Sandra und Heiko nutzten das Prinzip der langsamen Anpassung durch moderates Ausdauertraining in der Höhenkammer. Fazit: Nach anfänglichen Nebenwirkungen, wie bspw. Appetitlosigkeit, zeigten sich erste Anpassungen. Der Körper ist entspannter, der Schlaf erholsamer und der Körper legte mehr Energie an den Tag. Diese Energie konnte voll im Wettkampf abgerufen werden. Die eigentliche Sorge, Schwierigkeiten mit der Atmung zu haben, war durch diese Vorbereitung völlig unbegründet.

Sebastian hat sich durch die familiäre Situation anders vorbereitet. Zwei Wochen vor dem Wettkampf, ging es mit der Familie in den Urlaub. Das Hotel hatte eigens einen 50m Pool mit olympischer Norm und da konnte sich Sebastian zielgerichtet, meist durch zwei Einheiten am Tag vorbereiten. Immerhin lag der Urlaubsort auf 200m Höhe, doch das Selbstvertrauen machten wohl eher die geschwommenen 52km.

Der Ablauf des Wettkampfes war sehr auf die Starter angepasst. In vier Abschnitten über zwei Wettkampftage, gab es nach dem Abschnitt am Morgen eine große Pause mit Verpflegung. Somit konnten sich alle etwas erholen um am Nachmittag nochmal voll durchzustarten.

Der Pool war bestens mit Technik ausgestattet, so dass geschwommene Zeiten und Platzierungen sofort sichtbar waren. Der Jubel und die Begeisterung anderer Sportler und Nationen begegnete dem Master Team mit einer Herzlichkeit, die sich kaum in Worte fassen lassen. Man hatte das Gefühl das sich die Sportler untereinander kennen, obwohl es für viele die erste Begegnung miteinander war.

Nicht nur die Gastgeber haben für eine herzliche Atmosphäre gesorgt, auch die Athleten des VDST, die eh immer gut gelaunt sind, haben vorhandene Vorurteile beseitigt, denn aus Sicht einiger Nationen lachen Deutsche nicht und sind eher mürrisch. Umso mehr wurden Erfolge und gute Zeiten von dem VDST Master Team gefeiert. Davon gab es aus deutscher Sicht so einige: Annett Lopez wurde 2-fache Weltmeisterin und 3-fache Vizeweltmeisterin, Sandra Häßler errang vier Weltmeistertitel und einen Vizeweltmeistertitel, Sebastian Link wurde 2-facher Weltmeister, 2-facher Vizeweltmeister und sicherte sich eine Bronzemedaille und Heiko Venohr errang vier Weltmeistertitel und drei Vizeweltmeistertitel.

Beide Mixstaffeln waren in der Altersklasse 180+ nicht ansatzweise zu schlagen und sicherten sich beide Weltmeistertitel. Dabei waren sich die vier Athleten im Vorfeld nicht ganz sicher, ob das gut klappen wird, denn Sandra und Annett sind zwar im Training mit Bifin unterwegs, aber auf einem Wettkampf ist das eher nicht ihr Ding. Für die Staffel wird aber alles getan und so sind die beiden in der 4×50 Meter Bifinstaffel, mit Stereoflossen gestartet. Sandra dann am Nachmittag gleich ein zweites Mal. Denn in der 4x100m Suface-Bifin-Mix Staffel, muss jede Finswimming-Art, je Geschlecht besetzt sein und Sandra ist erneut mit Bifin gestartet. Annett erfüllte den Part mit der Monoflosse. Bei den Männern, ist Heiko mit der Monoflosse gestartet und Sebastian mit den Bifins. Mit haushohen Siegen in beiden Staffel hat das deutsche Team nicht gerechnet und umso größer war die Freude.

Die Glückwünsche und die Freude der anderen Teams waren überwältigend für die Sportler. Denn diese Begeisterung ist uns Deutschen durchaus fremd. Viele Fotos mit anderen Sportlern folgten und versüßten diesen Wettkampf.

Mit nur 4 Sportlern erreichte das deutsche VDST Master Team den 3. Platz in der Gesamtwertung. Welch eine Leistung, welche unsere Masters Sportler im fernen Kolumbien abgeliefert haben!

Ein paar Leistungen sind besonders zu erwähnen. Sandra Häßler schwimmt seit Jahren mit der Monoflosse, bereits in ihrer Jugend konnte sie mit Erfolgen auf sich aufmerksam machen. Trotz einer Fußverletzung, die sich über mehrere Monate gezogen hat, konnte sie über die 400 Meter SF mit 4:09,96 einen neuen Weltrekord in ihrer Altersklasse aufstellen. Sie verbesserte diesen um mehr als 5 Sekunden. Auch Sebastian Link konnte den Weltrekord in seiner Altersklasse um ganze 6 Sekunden auf den 400 Meter Bifin verbessern. Dies war auch sein Hauptziel in Kolumbien. Seine Vorbereitung zielte vorrangig auf diese Strecke ab.

Mit etwas Vorsicht sind die Athleten nach Cali gereist, denn ganz ungefährlich ist die Stadt nicht. Das Hotel befand sich in einem zentral gelegen Viertel, welches als sicher gilt. Laut Volunteers und dem Hotelpersonal, konnten sich die Sportler in einem gewissen Umkreis frei und sicher bewegen. Dieses wurde auch getan, und der kolumbianische Alltag wurde etwas wahrgenommen. Natürlich durften touristische Ziele, wie die Christusstatue und der Katzengarten nicht fehlen.

Ein kleines Unglück gab es mit den offiziellen Medaillen. Diese sind nicht pünktlich zum Wettkampf angekommen. Am ersten Wettkampftag gab es somit keine Siegerehrungen. Doch der Ausrichter schaffte Abhilfe, am zweiten Wettkampftag gab es Ersatzmedaillen, die sich zeigen lassen können. Da muss man der kolumbianischen Organisation einen riesen Dank aussprechen. In so kurzer Zeit etwas auf die Beine zu stellen, ist eine absolute Meisterleistung.

Die offiziellen Medaillen werden bei den Open Water Masters World Championships Mitte September in Italien nachgereicht. Und dort werden die Masters mit einem noch stärkeren Team um die Medaillen mitschwimmen!

Text: Sebastian Link

Neuer Master´s Weltrekord beim Sprintpokal in Leipzig im Finswimming

Heiko Venohr

Am Sonntag, den 28. November 2021 fand der 21. Leipziger Sprintpokal im Wassersportzentrum der Universität Leipzig statt.

Der Masterschwimmer Heiko Venohr, der für den Tauchsportverband (TSV) NRW und dem Stammverein DJK VFR Mülheim schwimmt, startete dieses Mal in der offenen Altersklasse, da das Hygienekonzept des Veranstalters (bedingt durch die neue Corona-Notfallverordnung des Landes) nur Kaderschwimmer zuließ.

Heiko, der bereits rund 30 Jahre älter ist als der nächstjüngere Athlet in diesem Wettkampf, begann nun den etwas ungleichen Kampf aufzunehmen. Sein erfahrener Trainer Leo Runge stand ihm zur Seite.

Das realistische Ziel war diesmal nicht mehr der Treppchenplatz wie sonst, sondern so viele junge Wettkämpfer hinter sich zu lassen, wie möglich.

Er startete auch furios und schwamm die 50m AP in neuer Weltrekordzeit für die AK55 in 17,62 Sekunden und verbesserte den alten Rekord deutlich.

Bei seinem 2. Start über die 100m ST benötigte er nur 42,49 Sekunden und belegte in dieser Disziplin sogar den nicht für möglich gehaltenen Treppchenplatz und sicherte sich die Bronzemedaille.

Die 200m ST schwamm er in 1:38,15 Minuten und wurde nur knapp auf den 4. Platz verwiesen.

Text: Heiko Venohr

Europameisterschaften der Masters im Finswimming in Lignano Sabbiadoro (Italien) 2021

5 Athleten erschwammen 18 Medaillen!!!

Am Wochenende vom 15.-17. Oktober 2021 starteten fünf Athleten aus Deutschland auf den Europameisterschaften der Masters im Finswimming in Lignano Sabbiadoro (Italien). Heiko Venohr, Sandra Häßler und Sebastian Link starteten für den Tauchsportverband (TSV) NRW, mit dem Stammverein DJK VFR Mülheim Saarn, Alexander Sengpiel für die Tauchsportfreunde Dachau e.V. (Bayern) und Sascha Schmidt für den Schwimmsportverein Freiburg e.V. (Baden-Württemberg).

Erfolgreichster Athlet ist Heiko Venohr (Altersklasse 55). Erst vor drei Jahren hat er den Weg zum Finswimming gefunden. Mit schwimmerischer Vorerfahrung und unter Leitung des Trainers Leo Runge, eignete sich Heiko schnell den Umgang mit der Monoflosse an. Die letzten intensiven Vorbereitungen, sammelte Heiko im einwöchigen Sommertrainingslager. Zwei lange Wassereinheiten am Tag, gaben ihm den Antrieb für sieben Starts. Mit jedem Start landete er auf dem Podest. Neben einer Bronzemedaille, stand Heiko sechsmal als Europameister ganz oben. Er verbesserte dabei drei bestehende Weltrekorde (400m und 800m Surface und 50m Apnoe), sowie drei Europarekorde (50m, 100m und 200m Surface). Die 50m Apnoe ist Heiko mit einer Geschwindigkeit von 9,9kmh getaucht. Nach 18,18 Sekunden schlug er an und verbesserte den Weltrekord um 32 Hundertstel.

Sandra Häßler schwimmt seit ihrer Jugend mit der Monoflosse und startet derzeit in der Altersklasse 40. Erst im September wurde sie zweifache Weltmeisterin über die 1km und 3km im Freigewässer. Leider zog sie sich dort eine Fußverletzung zu und konnte bei den Europameisterschaften nicht den gesamten Druck auf die Flosse ausüben, sodass sie etwas Tempo einbüßen musste. Bei fünf Starts holte sie auf den kürzeren Sprintstrecken zwei Bronzemedaillen (50m AP und 100m SF), auf den längeren Strecken (400m und 800m SF) ist sie nun amtierende Vizeeuropameisterin. Leider wurde sie auf den 200m Surface disqualifiziert. Die Schiedsrichter haben ein Zucken vor dem Startpfiff gesehen, und eine jegliche Bewegung ist nach dem Kommando verboten. Eine solche Disqualifikation ist ihre erste in ihrer Karriere. Doppelt ärgerlich, denn sie hatte in ihrer Altersklasse als erstes angeschlagen.

Finswimmingwettbewerbe gibt es auch mit zwei Flossen an den Füßen. Das nennt sich Bifins und in dieser Kategorie startete Sebastian Link (Altersklasse 35) über die vier Wettkampfstrecken. Über die Sprintstrecken, 50m und 100m musste sich Sebastian der starken Konkurrenz geschlagen geben und schlug jeweils als fünfter an. Über die längeren Stracken machte sich das Ausdauertraining bemerkbar. Auf den 200m holte er die Bronzemedaille und auf den 400m schwamm er knapp am Europa- und Weltrekord vorbei, holte sich aber den Goldtitel.

Aus Bayern ist Alexander Sengpiel (Altersklasse 50) angereist. Das Schwimmen mit der Monoflosse betreibt Alexander noch nicht lange. Auch bei ihm macht sich die Erfahrung aus dem Schwimmsport bemerkbar. Wer die Stilart Delfin schwimmen kann, hat für das Schwimmen mit der Monoflosse Vorteile. Mit insgesamt sechs Starts (50m, 100m, 200m, 400m und 800m SF und 50m AP) hatte sich Alexander eine Aufgabe gesetzt. Er verbesserte seine Zeiten und schwamm viele persönliche Bestzeiten, für eine Medaille reichte es aber leider in der Altersklasse nicht.

Sascha Schmidt (Altersklasse 40) kommt aus einer längeren Pause und bestritt den Wettkampf durch seine jahrelange Erfahrung. Erst vor zwei Monaten ist er zum zweiten Mal Vater geworden und die kleine Familie ist gemeinsam angereist. Leider durften keine Zuschauer in die Schwimmhalle, der Zutritt war nur Aktiven und Betreuern, bzw. Trainern gestattet. Der Zutritt der Halle wurde seitens der Ausrichter streng kontrolliert und eingehalten. Sascha steigerte sich von Strecke zu Strecke im Wettkampf. Mit seinem fünften und letzten Start holte er sich neben einer Bronze- und drei Silbermedaillen, den Europameistertitel. Diesen holte er sich über die 100m Surface in 47,57 Sekunden mit gerade mal einem Vorsprung von 23 Hundertstel.

Die Europameisterschaften in der Halle finden im jährlichen Wechsel mit den Weltmeisterschaften (WM) statt. Im kommenden Jahr finden diese im Juli in Santiago de Cali (Kolumbien) statt.

Text: Sebastian Link

Weltmeisterschaften Langstrecke der Masters in Kolumbien / Santa Marta 2021

Im September machten sich aus dem Tauchsportverband Nordrhein Westfalen Sandra Häßler mit ihrem Trainer Leo Runge, beide Mitglieder des DJK VFR Mülheim Saarns, auf den Weg zu den Weltmeisterschaften der Langstrecke der Masters nach Santa Marta in Kolumbien.

Nach einer langen Anreise inklusive einer Übernachtung am Flughafen Bogota ging es nur kurz ins Hotel und dann direkt an die Wettkampfstrecke. Der Wettkampf fand auf dem Militärgelände im karibischen Meer statt, es wurde ein durch vier Bojen abgesteckter Rundkurs geschwommen.

Die Finswimmer hatten mit Wellen, Salzwasser und knapp 30 Grad Wassertemperatur zu kämpfen.  Zwei Tage vor Wettkampfbeginn gab es einen Schreckmoment, als Sandra auf der Treppe ausrutschte und mit dem Fuß umknickte. Ab dann bestand die Wettkampfvorbereitung aus Kühlen und Schonen des Fußes.

Mit noch geschwollenem Fuß ging Sandra an den Start über 1.000m und 3.000m, hielt beide Strecken durch und gewann auf beiden Strecken den Weltmeistertitel in ihrer Altersklasse.

Mastersarbeitsgruppe Finswimming

Wer sind wir und was wollen wir erreichen?

Wir sind eine bundesweite Arbeitsgruppe, welche aus verschiedenen Mitgliedern einzelner Landesverbände besteht, mit dem Ziel, den Masterssport im Finswimming attraktiver zu gestalten und mehr Masters für unseren Sport gewinnen.

Wie entstand diese Arbeitsgruppe?

Auch wir „Älteren“ möchten an Wettkämpfen teilnehmen und nehmen den Sport ernst. Wir möchten Einiges auf den Weg bringen und ändern, da wir bisher in unserem Verband mit unseren Interessen nicht ernst genommen worden.

Mittlerweile hat sich seitens des Verbandes etwas getan, Gespräche werden geführt und eine Arbeitsgruppe Bifin unter Beteiligung unserer Masterbeauftragten ist gegründet worden.

Im Ergebnis dieser Umfrage setzt sich die Mastersarbeitsgruppe Finswimming aus den folgenden Teilnehmenden zusammen:

Ariane Schulze LTV Berlin – Hauptansprechpartnerin
Annett Lopez LTV Berlin
Ulrike Meier Mahlo LTV Sachsen
Mike Weigang LTV Sachsen
Steffi Leipold LTV Thüringen
Heiko Timpel LTV Thüringen
Sandra Hässler LTV Nordrhein Westfahlen
Heiko Venohr LTV Nordrhein Westfahlen
Sascha Schmidt LTV Baden

Leider konnte noch nicht jeder Landesverband einen Interessenten finden. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Attraktivität des Finswimmings steigern, aber warum und vor allem wie?

Nachdem wir uns in einem ersten Onlinetreffen am 25.03.21 beschnuppert hatten, ging es bereits in die ersten Fachdiskussionen. Ansatzpunkte schien es auf allen Ebenen, ob im Vereinsbereich, Landes- oder Bundesverband, zu geben.
Da wir noch am Anfang stehen, beginnen wir zunächst mit dem Aufbau einer Struktur bzw. Plattform zur Interessenvertretung der Masters Finswimming im VDST.

Folgende Internetseite www.flossis.de steht dafür zur Verfügung.

Hauptansprechpartnerin der Arbeitsgruppe ist Ariane Schulze. (Kontaktformular siehe weiter unten)

Weiterhin nehmen wir zunächst zwei Ziele in Angriff:

  • Die Angleichung der Altersklassen im Mastersbereich in Anlehnung an die Einteilung der internationalen Regelungen der CMAS,
  • Ebenfalls eine Angleichung bzw. Annäherung an die Regelungen der CMAS im Bereich der BiFin Strecken in allen Altersklassen.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote. Kurz nach unserem zweiten Onlinetreffen ereilte eine Anfrage den VDST/SpoKoL bzgl. ihrer Masters. Diese kam vom Deutschen Schwimmverband. Der DSV startete damit eine Initiative, da sie den Masterssport beim DOSB als unterrepräsentiert empfinden. Hier wurden wir gebeten, der SpoKoL zu zuarbeiten.

Uns bestärkte das umso mehr, dass wir uns im VDST etablieren und diesen unterstützen müssen.

Bleibt noch der Aufruf an alle Sportbegeisterten, uns gern Anregungen sowie weitere Interessenten zu benennen.

Wir hoffen auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Ariane Schulze
Mastersbeauftrage Finswimming im VDST

Für Fragen und Anregungen benutzt bitte dieses Kontaktformular:

    EM-Masters im Oktober

    Laut CMAS sollen vom 15.-17. Oktober 2021 die 2. Europameisterschaften für Masters in Lignano/Italien stattfinden.