Weltmeisterschaften in Belgrad sowie Jugendeuropameisterschaften in Istanbul 2018

Leipzig-Belgrad-Leipzig-Istanbul. Das waren die Stationen auf der die Sommerferien umfassenden Tour der deutschen Finswimming Nationalmannschaften. In der Zeit vom 14. bis 20. Juli versammelte sich die Finswimmer-Elite zu den Weltmeisterschaften in der Hauptstadt Serbiens. Mit im 12-köpfigen deutschen Aufgebot waren drei Starter(-innen) vom hiesigen SC DHfK Leipzig. Sophie Niemann, Aimee Joy Hecke sowie Duncan Gaida durften in Belgrad nicht nur die deutschen Farben vertreten, sondern stellten mit Bravour unter Beweis, warum sie zu den deutschen Top-Athleten dieser Sportart gehören.

Für Duncan Gaida und Sophie Niemann war es der erste Auftritt bei den „Großen“. Nachdem beide Athleten bereits im Jugendbereich internationale Luft schnuppern durften, war es für „Natio-Neuling“ Aimee Hecke der erste große Wettkampf im VDST Dress überhaupt.

Den Wettkampf eröffnete aus deutscher Sicht Sophie Niemann über 100m FS. 42,99 Sekunden bedeuteten am Ende Platz 23 für die 19-jährige Sportabiturientin. Weiter ging es mit Duncan Gaida über 400m FS, der trotz persönlicher Bestzeit und Platz 13 nicht 100% zufrieden mit sich war. „Es ärgert mich, dass ich die 2. und 3. 100 nicht auf die Reihe kriege! Da muss ich dran arbeiten…“ reflektierte der 17-jährige selbstkritisch im Zwiegespräch mit Coach Jens Peter Ostrowsky, der vor Ort ein besonderes Auge auf seine Schützlinge werfen durfte.

Am zweiten Wettkampftag durften sich alle DHfK Athleten von ihrer besten Seite zeigen. Auch hier machte Sophie Niemann den Anfang. 40,62 Sekunden über 100m ST hießen Platz 11. „Irgendwie ist der Wurm drin! Ich fühle mich gut, aber die Zeiten passen hinten und vorn nicht!“ sagte die junge Sportlerin, die seit Anfang des Jahres bei Bundestrainer Lutz Riemann trainiert. Im Anschluss an die 100m ST ging es auf die ganz langen Kanten. Hier konnte Duncan mit einem beherzten Rennen einen Großteil der Konkurrenz hinter sich lassen. 12:53,68 Minuten bedeuteten am Ende nicht nur Platz 7, sondern ebenso Deutscher Jugendrekord. Direkt nach Duncan konnte auch Aimee Joy Hecke in das Geschehen eingreifen. 200m FS galt es zu absolvieren und Hecke, die bis dato recht nervös erschien, löste diese Aufgabe hervorragend. Mit neuer Bestzeit von 1:36,80 belegte die 17-jährige Sportlerin vom Landesgymnasium Platz 24. „Gerade international ist die Leistungsdichte auf dieser Strecke enorm hoch!“ „Das hat sie super gelöst! Sich genau an die Vorgaben gehalten und ist belohnt worden!“ sind sich Bundestrainer Riemann und Heimcoach Ostrowsky über die gute Leistung einig.

Das nicht immer alles optimal läuft bei so einem Wettkampf, mussten sowohl Sportler als auch Trainer an den Wettkampftagen 3 und 4 lernen. Für Sophie lief es weiter mit angezogener Handbremse: Platz 26 auf 50m FS und Platz 18 auf 50m AP ließen die Sportlerin etwas geknickt auf den Wettkampf zurückblicken. Aimee Joy Hecke konnte ihre Leistung in der Staffel leider nicht noch einmal steigern und belegte mit Johanna Schikora, Michele Rütze und Elena Poschart am Ende Platz 5. Auch Duncan Gaida musste der Nervosität Tribut zollen und belegte nach einem missglückten Rennen Platz 9. „Das war Mist!“ ist der Coach ehrlich. „Wenn man all seine Stärken vergisst und mehr mitschwimmt als anzugreifen, kann man eben keine Bestzeit erwarten!“ Groll herrschte zwischen Schützling und Trainer jedoch keiner: „Nein warum auch? Aber so ist Leistungssport, da kullert ab und an mal eine Träne, aber wenn sich die Gemüter beruhigt haben und wir den Wettkampf analysiert haben, wird wieder neu angegriffen!“ fügte der LSP Trainer Ostrowsky, für den es der erste Einsatz als Co-Trainer im VDST Gewand war, hinzu.

Wer nun denkt, nach diesem Kraftakt hätten die Athleten Zeit zum Durchatmen gehabt, der irrt.

Kaum eine Woche nach der Rückkehr aus Belgrad hieß es für Aimee Joy und Duncan wieder: Tasche packen, Flossen sichern und ab. Ziel diesmal: die Jugendeuropameisterschaften in Istanbul. „Es war eine suboptimale Vorbereitung. Wir hatten mental schon mit der JEM abgeschlossen, als wir erfuhren, dass die Beiden doch in Istanbul mit an den Start gehen würden.“ beschreibt Ostrowsky die prekäre Trainingssituation zwischen den Meisterschaften.

Doch von dieser Misere ließen sich die jungen DHfK Talente nicht einschüchtern.

Aimee Joy Hecke, die sich in Belgrad noch mit einer Einzelstrecke zufrieden geben musste, avancierte in Istanbul zur Vielstarterin und ging über 5 Einzelstrecken sowie eine Staffel an den Start.

Mit Bestzeiten über 100m FS sowie 100m ST und bestätigten Leistungen über 50m AP, 50m FS und 200m FS kann die junge Athletin auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Eine noch bessere Bilanz kann nur ihr Vereinskamerad Duncan Gaida vorweisen. Mit 2 Bestzeiten bei 3 Starts, beide mit neuem deutschen Jugendrekord und in beiden Fällen mit Silber dekoriert, macht der Langstreckenspezialist weiter deutlich, dass in den nächsten Jahren auch international mit ihm zu rechnen sein muss.

„Ich bin gerade Mega Happy und einfach super stolz auf die Beiden!“ resümiert der Heimtrainer die vergangen Wochen „Die haben sich wirklich von ihrer besten Seite gezeigt und auch dem Bundestrainer gezeigt, dass auf sie immer Verlass ist!“

Jens Peter Ostrowsky

Duncan Gaida mit 2x Silber bei der JEM

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